rapid lines

Linienknüpfen von Punkt zu Punkt - Knotenspannen bis über den Rand.

Imaginäres Textil, das seine Eigengesetzlichkeit webt, sich der Kontrolle entzieht, und seine Textur zu ergründen sucht. Die rapid lines spielen der gewählten Ordnung einen Streich, stolpern und gehen weiter im gefundenen Rhythmus. Ein Strich bedingt den nächsten. Aus der Ferne betrachtet, entzieht sich das abstrakte Spiel dem Überblick, es flirrt. Der Blick hakt sich fest am Detail. 

Die Linien fangen Stimmungen ein und verdichten sich selbst zu Atmosphären, eine Sammlung rastloser Aggregatzustände - diffus und neblig. Wie ausgestanzte Ausschnitte nehmen die Blätter das Unscharfe unters Vergrößerungsglas. Manche scheinen verwandelt in real greifbare Momentaufnahmen, filigran und flüchtig. Bisweilen zu Schlitzen in lichtloser Dichte komprimiert zieht das Verborgenes an. Die Lust steckt im Verknappen, Fokussieren, Beschränken - je einfacher desto besser.

(Bettina Paschke, 2015)